Schon immer hab ich gerne geschrieben. Ich schreibe alles auf, was mich beschäftigt. Manchmal kommt auch ein guter Text dabei heraus...
Zum Beispiel diese:
Texte
Kriegsgedanken
Ich stehe am Bahnhof und warte auf die Ankunft einer Freundin. Da rollt ein Güterzug vorbei, voll beladen mit Panzern und Militärtransportern.
Ich stehe auf der Wiese mit meiner kleinen Tochter und wir pflücken Blumen. Da fliegen riesige Militärhubschrauber vorbei, wie ich sie noch nie gesehen habe. I
In der Zeitung schreiben sie von Aufrüstung, von Militärausgaben und Verteidigung. Es zieht langsam zu. Es wird langsam düster.Ich bekomme eine Gänsehaut.
Vielleicht muss ich mich damit abfinden, dass es einen schrecklichen Krieg geben wird. Vielleicht muss ich mich damit abfinden, dass es nicht in meiner Macht steht, ihn zu verhindern.
Doch es gibt Dinge, die in meiner Macht stehen und die kein Krieg der Welt in mir zerstören kann.
Ich werde weiterhin lieben. Meine Liebsten, mein Kind, meine Freunde.
Ich werde meine Arme um sie schlingen
und Liebeslieder singen,
werde Blumen pflücken und pflanzen
mit ihnen lachen, weinen und tanzen.
Ich werde weiterhin Visionen einer besseren Welt haben und alles in meiner Macht stehende tun, sie zu verwirklichen.
Ich werde Gemüse anbaun,
nach meinen Mitmenschen schaun,
Lagerfeuer entfachen,
Kreise und Runden machen.
Ich werde weiterhin kreativ sein, das Erlebte verarbeiten in Texte und Lieder
und immer immer wieder
versuchen aus den widrigsten Sachen
das beste zu machen.
Ich werde weiterhin Pazifistin bleiben.
Vielleicht noch mehr.
Also ziemlich sehr.
Ich werde weiterhin nach einem Höheren Dasein streben
in die Tiefe schaun hinter jedem Leben
alles ergründen, in Pflanze und Tier,
in dir und in mir.
Ich werde all diese meine Werte weiter leben.
Wollte ich sie mit Waffen verteidigen, würde es sie nicht mehr geben.
All das kann mir der Krieg nicht nehmen
nur mein Leben.
Aber dann gibt es noch deins und deins und deins.
Die Liebe wird bleiben und es wird sie immer geben.
Der Fortschritt
Früher zogen die Männer mit Schwertern in den Krieg. Eine Waffe tötete im besten Fall ein dutzend Leute, im Schnitt eher drei. Heute kann eine Waffe eine Million Menschen und keine Ahnung wie viele andere Lebewesen töten.
Früher wurden Bäume mit Äxten und Sägen gefällt. Durchaus auch in beachtlichen Mengen. Heute sind wir da aber viel schneller und effektiver. Wir vernichten 11 km² Wald pro Stunde.
Früher gab es Leibeigene und Sklaven. Heute werden ganze Bevölkerungsgruppen und Länder ausgebeutet.
Früher wurden Leute gesteinigt. Heute werden sie im Internet gehatet bis sie sich umbringen.
Ist das der Fortschritt, auf den wir so stolz sind?
Es gibt immer noch Kriege. Die Natur wird immer noch zerstört. Menschen werden immer noch ausgebeutet. Unsere Kommunikation und Konfliktlösefähigkeiten lassen immer noch an vielen Stellen zu wünschen übrig.
Die Menschheit hat diesen Fortschritt immer weiter vorangetrieben
und ist selbst dabei stehengeblieben.
Wir träumen von Robortern für jede Kleinigkeit
und verhalten uns wie in der Steinzeit.
Und diese Steinzeitmenschen lassen sich nicht stören
sich mit Hilfe ihres Fortschritts selbst zu zerstören.
Ein Schritt weiter so und wir sind fort.
Fort? Ein hartes Wort.
Doch ein Stück zurück?
Hilft auch kein Stück.
Ein Schritt nach innen? – Oh, ein interessanter Ort…
Hier liegen Schätze begraben,
Talente und Gaben.
Die gilt es zu entdecken und zu entfalten,
zu hegen, zu pflegen und zu erhalten.
Hier gibt es Traumata und Schmerzen,
Wunden und gebrochene Herzen.
Die gilt es zu sehen und zu verstehen
zu heilen und mitzuteilen
und dann dürfen sie gehen.
Hier gibt es viel zu tun:
ausmisten und aufräumen,
visionieren und träumen
um Vergebung bitten, Schulden begleichen,
Grenzen setzten und Hände reichen.
Hier gibt es Ruhe und Stille
Mut und Wille
In Hülle und Fülle.
Hier spürst du Liebe und Verbundenheit mit allem was ist.
Hier erfährst du, wer du wirklich bist.
Hier liegt das Potential der Menschheit verborgen. Das Potential einer wirklich fortschrittlichen Menschheit.
Einer friedlichen Menschheit, die im Einklang mit der Natur lebt und jedes Individuum wertschätzend und wohlwollend integriert. Eine Menschheit die verstanden hat, dass sie zusammengehört und als Ganzheit ein unglaublich intelligentes, wahrmherziges und weises Wesen ist.
Das wäre ein Fortschritt.
Dann wären wir als Spezies fortgeschritten
und könnten sogar noch Profis werden.
Liebesbrief an den Mann
Lieber Mann,
hier stehe ich nun als Frau mit einer tausendjährigen Geschichte der Unterdrückung, Gewalt und Verletzung durch dich.
Hier stehe ich nun, vor dir. Auch du hast eine tausendjährige Geschichte der Gewalt, Verletzung und des Krieges hinter dir.
Doch diese tausendjährige Geschichte hat eines nicht geschafft zu töten: unsere Sehnsucht nacheinander.
Ich wünsche, dass wir diese Geschichte von uns abstreifen wie unsere Klamotten und nochmal von vorne beginnen, wie Adam und Eva, nackt, im Paradies.
Denn die Wahrheit ist, dass ich dich liebe. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dich lieben zu können, mit Haut und Haar, mit Kopf, Herz und Hand. Ich möchte dich umschlingen und mitreißen in die Tiefe meines Körpers und meiner Seele und ich möchte mich dir Hingeben in vollstem Vertrauen, weil ich weiß, dass auch du mich liebst und mein Wohl dir genauso wichtig ist wie deines.
Ich liebe es, wie du mich ansiehst. Schüchtern oder verstohlen, bewundernd oder begehrend, offen und ruhig, aufmerksam, gerührt, liebevoll.
Ich liebe es, wenn du mich einsehen lässt, in dich rein, durch deine Augen in deine Seele. Wenn du dich traust, mir zu vertraun und dich offenbarst, jenseits deiner Heldengeschichten, ganz ehrlich, ganz verletzlich mir die Dinge sagst, die du gerne für dich behalten würdest.
Ich liebe deine starken Arme, wie du mich hältst oder sogar trägst.
Ich liebe es, deine Kraft zu spüren mit dem Wissen, dass du sie niemals gegen mich verwenden wirst, niemals missbrauchen wirst, weil du gelernt hast, sie für das Leben und die Liebe einzusetzen.
Ich liebe deinen Körper, ich spüre ihn gern, schmiege mich an ihn, küsse ihn.
Ich liebe es, wie du meine Brüste hältst und deine großen Hände benutzt, um mich sanft zu streicheln. Du kannst so sanft sein, so einfühlsam, so präsent, so da und dann will ich dich in mir haben, ganz tief in mir.
Tief in mir will ich dich spüren, dich in mich aufnehmen und wieder neu gebären.
Ich will dich lieben, bis wir auf einer höheren Stufe stehen und verstanden haben, dass wir wirklich eins sind und dieses Wissen in die Welt tragen.
Lass uns die Vergangenheit heilen.
Sie durchfluten von Licht.
Durchlichten.
Durchlieben.
Durchstreicheln.
Durchvögeln.
Durchhalten.
Durchküssen.
Durchtragen.
Durchlächeln.
Und dann lass uns Hand in Hand weitergehen in eine neue Zeit.
Wir brauchen das Patriarchat nicht mehr. Es hat dir mehr geschadet als mir. Es steht unserer Liebe im Weg.
Wir brauchen auch kein Matriarchat.
Wir brauchen echte Partnerschaft.
Auf Augenhöhe.
In Liebe.
Mit Leidenschaft.
So können wir wirklich füreinander da sein.
Für mich, für dich, für unsere Kinder, unsere Liebsten, für unseren Planeten und für alles, was lebt.
So erschaffen wir eine Welt voller Liebe. Liebe ist wunderschön.
Ich habe sie erfahren. Durch dich.
Und dafür möchte ich dir danken.
Von Herzen.
In Liebe,
deine Frau


